Retematäng, Düsseldorf

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Retematäng, Düsseldorf

Wenn während der Weltmeisterschaft in diesem Jahr die Spiele in den Kneipen laufen, gerät in Vergessenheit, dass bei der letzten WM die Bildschirme in vielen Lokalitäten aus blieben. Auch das „Retematäng“ gehörte vor dreieinhalb Jahren zu den WM-Verweigerern, die frühzeitige Bekanntgabe des TV-Boykotts im August 2022 brachte die Eckkneipe in den Fokus der Medien. „Ich war zwar nicht der Rädelsführer, aber plötzlich nahm das ungeahnte Dimensionen an“, sagt Daniel Vollmer. Er ist Besitzer des „Retematäng“ und gebürtiger Düsseldorfer, „Altstädter“, wie er präzisiert, und eine Frohnatur, denn Vollmer lacht viel, wenn man mit ihm spricht.

„Wir haben Plakate gedruckt und sie an die lokalen Kneipen verteilt, die sich dem Boykott anschließen wollten“, erzählt Daniel Vollmer. Die Anfragen kamen irgendwann nicht mehr nur aus Düsseldorf, sondern auch aus Hamburg und Frankfurt und dann sogar aus der Schweiz. „Als ‚Magenta TV‘ anrief und ich bei Johannes B. Kerner sitzen sollte, habe ich die Tragweite erkannt und bin etwas zurückgefahren“, erklärt der 47-Jährige bei unserem Gespräch.

Das Motto im Retematäng lautet „Leben, Lieben, Lachen, Lallen“

Dabei liegt der Fokus im „Retematäng“ gar nicht auf der Nationalmannschaft, sondern auf der heimischen Fortuna. Vollmer bezeichnet sich selbst als „fußballbegeistert“, er begleitete seinen Verein bis auf die Bezirkssportanlagen der 4. Liga. „Wenn ich die Wahl hätte zwischen Deutschland als Europameister oder dem Aufstieg der Fortuna, dann müssten wir gar nicht anfangen zu diskutieren“, sagte er 2024 vor der Europameisterschaft im eigenen Land. Dass Deutschland in diesem Jahr eher beim Eurovision Song Contest gewonnen hätte als bei der Weltmeisterschaft, ist die eine Sache, die andere, dass die Fortuna in der nächsten Saison in der dritten Liga antritt.

Das „Retematäng“ hat Daniel Vollmer 2018 eröffnet. Der Name ist „auch heute im Volksmund immer noch eine gängige Bezeichnung für die Ratinger Straße“, wie es auf der Webseite des Ladens heißt: „Als Napoleon 1811 eines Nachts vom Rhein aus die übermäßig beleuchtete Ratinger Straße erblickte, soll er ‚Rue du matin‘ ausgerufen haben. Ein Düsseldorfer, der des Französischen nicht mächtig war, soll daraus ‚Retematäng‘ gemacht haben“, heißt es dort weiter. Für Daniel Vollmer ist der Name auch ein Stück Identifikation mit der eigenen Herkunft.

Das ‚Retematäng‘ liegt nicht in der unmittelbaren Nähe zur Bolkerstraße, sondern am Rand der Altstadt. Dadurch ist es viel mehr eine Institution für Düsseldorfer als für Touristen. „Wir freuen uns aber über alle Gäste“, sagt Daniel Vollmer. Und wer danach noch weiterziehen will, kann Vollmers anderen Laden besuchen, den Club ‚Schickimicki‘. Allerdings täuscht der Name: „Das ist eher ein rotziger Laden“, sagt Vollmer. Dann lacht er wieder.

Anschrift: Retematäng, Ratinger Str. 43, 40213 Düsseldorf

Internet: retematäng.de

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