Volksparkstadion im Miniatur-Wunderland, Hamburg

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Volksparkstadion im Miniatur-Wunderland, Hamburg

An diesem Ort wäre ich bei der letzten Europameisterschaft, die in Deutschland ausgetragen wurde, also der von 1988, noch viel lieber gewesen. Es ist nicht so, dass mir das Miniatur Wunderland nicht gefallen würde, ganz im Gegenteil. Die originalgetreue Abbildung des Lebens in einem anderen Maßstab verstrahlt einen heiligen Zauber, dem man mit dem Erwachsenwerden immer seltener begegnet. Und dennoch wäre ich jetzt gerne wieder ein Kind, denn wie muss das hier sein, wenn man das Miniatur Wunderland im Alter von acht Jahren erleben darf?

Die Frage ist müßig, denn 1988 gab es diesen sakralen Ort noch gar nicht. In ähnlichem Maße muss sie Frederik Braun beschäftigt haben, als er im Jahr 2000 durch Zürich spazierte. Dort kam er an einem Modelleisenbahngeschäft vorbei, „welches sofort Kindheitserinnerungen in ihm wiederbelebte“, wie es auf Miniatur-Wunderland.de heißt, und auf den Gedanken, „einen vergessen geglaubten Kindheitstraum Wirklichkeit werden zu lassen“. Braun überzeugte seinen Zwillingsbruder Gerrit und seinen Geschäftspartner Stephan Hertz von der Idee, die größte Modelleisenbahn der Welt zu bauen. Ein Jahr später eröffnete das Miniatur Wunderland im August 2001 in der Hamburger Speicherstadt mit den drei Bauabschnitten Mitteldeutschland, Knuffingen und Österreich.

Ein Stadion für 12 000 Fans

Heute sind es zwölf. Einer von ihnen ist Hamburg, darunter das Volksparkstadion, das das Miniatur Wunderland zu einem Fußballort macht. „Im Jahr 2002 wurde die damals noch mit dem Namen ‚AOL-Arena‘ bezeichnete Sportstätte auf den Maßstab 1:150 geschrumpft und in mühevoller Handarbeit und über 1 200 Arbeitsstunden errichtet“, schreibt das Wunderland-Buch über „eines der größten Bauwerke im ganzen Wunderland“ (Miniatur-Wunderland.de). Dabei musste der herkömmliche Maßstab des Wunderlands von 1:87 auf 1:150 geändert werden, da das Stadion mit 2,20 Meter mal 3,00 Metern sonst zu groß geworden wäre. Damit bietet das Minitatur-Volksparkstadion 12 000 Fans Platz.

Mehr als 20.000 Euro – die meisten davon flossen in die 2.000 verbauten LEDs – und „auch viele Nerven und Nachtschichten“ (Wunderland-Buch) kostete die Heimat des Hamburger SV, in der das Ergebnis auf der Anzeigetafel stets dem letzten Resultat im Derby angepasst wird. Angepasst wurden seit 2002 auch immer wieder die Namensänderungen der Arena. Seit 2015 können die HSV-Fans sowohl in Bahrenfeld als auch im Miniatur Wunderland wieder ins Volksparkstadion pilgern, nachdem sie durch ein Tal der AOL-, Imtech- und HSH Nordbank-Arenen wandern mussten.

„Besonders attraktiv“, befindet der Modellbau Kurier, „wirkt dieses wohl einzigartige Architekturmodell bei Dämmerung oder in der Nacht, wenn das Spielfeld vom Flutlicht hell erleuchtet wird“. Ein Äquivalent für Fans des FC St. Pauli gibt es auch, aber nicht im Miniatur Wunderland. Sowohl das alte als auch das neue Millerntor sind im Maßstab 1:100 im St. Pauli-Museum zu finden.

Anschrift: Volksparkstadion im Miniatur-Wunderland, Kehrwieder 2/Block D,
20457 Hamburg

Internet: miniatur-wunderland.de

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